Trichoskopie in der Praxis:DER GOLDSTANDARD –
mittlerweile volljährig – und noch immer in Deutschland unterschätzt
Die Trichoskopie bestätigt den klinischen Verdacht aus Anamnese und körperlicher Untersuchung. Für die einzelnen Formen des Haarausfalls sind heute charakteristische trichoskopische Merkmale beschrieben, die sich mit bloßem Auge nicht zuverlässig erfassen lassen. Genau hierin liegt ihre diagnostische Stärke und ihr besonderer Wert im Praxisalltag.
Der Blick durch das Dermatoskop macht sichtbar, was klinisch oft nur vermutet wird: Veränderungen am Haarschaft, an den Follikelöffnungen, an der Kopfhautoberfläche sowie an Gefäßmustern und Schuppung. Trichoskopie ist damit kein Zusatzinstrument, sondern ein zentrales Werkzeug moderner Haarsprechstunden.
TRICHOSKOPIE – BLICK DURCH DAS DERMATOSKOP
Trichoskopie bezeichnet die dermatoskopische Untersuchung von Haaren und Kopfhaut. Sie erlaubt eine strukturierte und reproduzierbare Beurteilung von:
– Haarschaftveränderungen
– Schuppung (peri- und interfolikulär)
– Gefäßzeichnung
– Kopfhautoberfläche und Follikelöffnungen
Diese Befunde liefern entscheidende Hinweise für die Differenzierung verschiedener Alopezieformen und ergänzen die klinische Untersuchung in einer Weise, die ohne Dermatoskop nicht möglich ist.
TRICHOSKOPIE – DER GOLDSTANDARD IN DER HAARDIAGNOSTIK
Die Trichoskopie gilt heute als Goldstandard der nichtinvasiven Diagnostik von Haarerkrankungen. Sie
bestätigt die klinische Verdachtsdiagnose,
macht krankheitstypische Muster sichtbar,
erlaubt eine differenzierte Zuordnung von Haarausfallformen.
Dass diese Methode seit vielen Jahren etabliert ist und dennoch in Deutschland noch immer nicht flächendeckend angewendet wird, steht im deutlichen Kontrast zur internationalen Praxis.
WERT DER TRICHOSKOPIE IN DER PRAXIS
Die Trichoskopie ist heute ein zentrales Diagnosetool der Haarsprechstunde. Ihr Stellenwert ergibt sich nicht aus technischer Raffinesse, sondern aus ihrem unmittelbaren klinischen Nutzen.
Besonders relevant ist sie für die diagnostische Abgrenzung
entzündlicher vs. nicht-entzündlicher Alopezien
vernarbender vs. nicht-vernarbender Haarerkrankungen
Ohne Trichoskopie bleiben viele Alopezien unscharf klassifiziert. Mit ihr wird Diagnostik präzise, nachvollziehbar und reproduzierbar.
TRICHOSKOPIE BEI PRIMÄR VERNARBENDEN ALOPEZIEN
Gerade bei den primär vernarbenden Alopezien zeigt sich der besondere diagnostische Wert der Trichoskopie.
Die trichoskopischen Muster unterscheiden sich je nach Subtyp teils deutlich und ermöglichen eine diagnostische Einordnung lange bevor irreversible Veränderungen entstehen. Damit wird die Trichoskopie zu einem Schlüsselverfahren der frühen Diagnostik dieser Erkrankungsgruppe.
EMPFOHLENE REFERENZWERKE
Für das Erlernen und die Vertiefung der Trichoskopie haben sich insbesondere folgende Werke bewährt:
-Atlas of Trichoscopy
-Metava Dermatopathology Atlas
T-richoscopy of Hair and Scalp Disorders
Alle drei Atlanten eint ein wesentlicher Punkt:
Sie sind nicht geschrieben worden, um geschrieben zu sein, sondern von Autorinnen und Autoren mit klarer didaktischer Haltung und klinischer Erfahrung.
Sie vermitteln nicht nur Bildmaterial, sondern vor allem Mustererkennung, diagnostische Denklogik und klinische Relevanz, genau das, was im Praxisalltag trägt.
WARUM SICH DER BLICK DURCHS DERMATOSKOP LOHNT
Die Trichoskopie ist kein Nischenwerkzeug, sondern eine Kernkompetenz der modernen Dermatologie.
Ob eine Haarerkrankung rechtzeitig erkannt oder übersehen wird, hängt häufig davon ab, ob diese Methode konsequent angewendet wird. Die Vielzahl an Atlanten, Publikationen und Fortbildungskonzepten zeigt: Trichoskopisches Wissen ist Basisdiagnostik, kein Spezialinteresse.
TECHNISCHE UMSETZUNG IM PRAXISALLTAG
Für die Durchführung der Trichoskopie gilt:
Ein Handdermatoskop ist ausreichend
Video- oder Großbildsysteme sind nicht zwingend erforderlich
Entscheidend ist eine konstante, strukturierte Vorgehensweise
Nicht die Technik entscheidet über die Qualität der Diagnostik, sondern die Systematik der Untersuchung.
STRUKTUR IN DER TRICHOSKOPIE: ORDNUNG STATT ÜBERFORDERUNG
Die Trichoskopie hat die Diagnostik von Haar- und Kopfhauterkrankungen revolutioniert. Gleichzeitig kann die Vielzahl möglicher Befunde überwältigend wirken. Um hier Struktur zu schaffen, haben sich mentale Checklisten bewährt.
Ein besonders einprägsames Konzept ist das Merkwort:
„Everybody Loves Trichoscopy“
TRICHOSKOPIE – BLICK DURCH DAS DERMATOSKOP
Die Trichoskopie beschreibt die dermatoskopische Untersuchung von Haaren und Kopfhaut. Sie ermöglicht es, Veränderungen am Haarschaft, Schuppung, Gefäßzeichnung und die Kopfhautoberfläche differenziert darzustellen – Strukturen, die mit bloßem Auge nicht zuverlässig zu beurteilen sind.
Der Blick durch das Dermatoskop erweitert die klinische Untersuchung entscheidend und schafft eine visuelle Grundlage für eine präzisere diagnostische Einordnung von Haar- und Kopfhauterkrankungen.
TRICHOSKOPIE – DER GOLDSTANDARD
Die Trichoskopie bestätigt den klinischen Verdacht aus Anamnese und körperlicher Untersuchung. Für die verschiedenen Formen des Haarausfalls sind inzwischen charakteristische trichoskopische Merkmale beschrieben.
Sie gilt heute als Goldstandard in der Diagnostik von Haarerkrankungen – fachlich etabliert, international anerkannt und dennoch in Deutschland lange unterschätzt. Ihre Stärke liegt nicht in Einzelbefunden, sondern in der systematischen Gesamtschau der erhobenen Zeichen.
TRICHOSKOPIE BEI PRIMÄR VERNARBENDEN ALOPEZIEN
Gerade bei den primär vernarbenden Alopezien zeigt sich der besondere diagnostische Wert der Trichoskopie.
Die Muster unterscheiden sich je nach Subtyp teils deutlich und erlauben eine diagnostische Einordnung lange bevor irreversible Veränderungen entstehen. Damit wird die Trichoskopie zu einem entscheidenden Instrument, um Erkrankungen frühzeitig zu erkennen und korrekt zuzuordnen.
WARUM SICH DER BLICK DURCHS DERMATOSKOP LOHNT
Die Trichoskopie ist kein Nischenwerkzeug, sondern eine Kernkompetenz der modernen Dermatologie.
Ob eine Haarerkrankung rechtzeitig erkannt oder übersehen wird, hängt häufig davon ab, ob diese Methode konsequent angewendet wird. Inzwischen füllen die Erkenntnisse zur Trichoskopie ganze Lehrbücher und strukturierte Fortbildungskurse – ein Wissen, das sich zu erlernen wirklich lohnt.
TECHNISCHE UMSETZUNG IM PRAXISALLTAG
Für die trichoskopische Untersuchung ist keine aufwendige Ausstattung erforderlich:
– Ein Handdermatoskop ist ausreichend
– Video- oder Großbildsysteme sind nicht zwingend notwendig
– Entscheidend ist eine konstante, strukturierte Vorgehensweise
STRUKTURIERTE TRICHOSKOPIE: ORDNUNG IN DER KOMPLEXITÄT
Eine der größten Herausforderungen in der Trichoskopie ist nicht das Sehen, sondern das systematische Erfassen und Erinnern aller relevanten Befunde. Hier hat sich ein strukturierter mentaler Leitfaden als besonders hilfreich erwiesen.
„Everybody Loves Trichoscopy“ (von meinem Mentor DR JEFF DONOVAN)
Dieses Merkwort führt Schritt für Schritt durch eine vollständige trichoskopische Untersuchung und hilft insbesondere in komplexen oder uneindeutigen Fällen, kein relevantes Detail zu übersehen.
EVERYBODY TRICHOSCOPY
E – Erythema (perifollikulär und interfolikulär)
V – Vellus hairs und andere kurze/miniaturisierte Haare
E – Exclamation mark hairs und andere kurze abgebrochene Haare
R – Regrowth patterns (aufrechte nachwachsende Haare, Vellus, kurze Regrowth-Haare)
Y – YOU are by YOURSELF (Einzelhaare)
B – Blood vessel patterns (linear, arborisierend, glomerulär etc.)
O – Ostia (vorhanden oder fehlend?)
D – Dots (gelb, rot, weiß, schwarz, blau, grau-blau)
Y – Yellow pustules
loves
T – Twisted hairs (z. B. pili torti)
R – Regrouping hairs (compound follicles)
I – Interfollicular changes
C – Crusts
H – Hair shaft changes
O – Ostia (verstopft)
S – Scaling (perifollikulär und interfolikulär)
C – Comma-, corkscrew-Haare und andere Zeichen der Tinea capitis
O – Organisms (z. B. Läuse)
P – Perifollikuläre Farbveränderungen (grau, weiß, livide, rot, braun)
Y – YOU are mastering trichoscopy
Dieses Schema schafft Ordnung in der Komplexität, unterstützt eine vollständige Untersuchung und erleichtert eine klare, konsistente Befunddokumentation – besonders hilfreich für Lernende, aber ebenso für erfahrene Kliniker im hektischen Praxisalltag.
Dieser Artikel wurde verfasst von Dr. Karin Beyer, Fachärztin für Dermatologie und Venerologie.


